SPD Mayen

SPD stellt Fragen zur Öffnung des Schachts 518 auf dem Grubenfeld

Pressemitteilung

War die Maßnahme sinnvoll? 

In ihrer jüngsten Fraktionssitzung befasste sich die Mayener SPD trotz der Sommerpause mit der Öffnung des Schachts 518 auf dem Grubenfeld in den Jahren 2017 und 2018. Zum Hintergrund: Ende 2016 hatte der Oberbürgermeister den Stadtrat über Bodensenkungen im Bereich der Straße Am Layerhof informiert und Haushaltsmittel von rund 120.000 Euro angefordert, um auf dem Grubenfeld einen alten Schacht öffnen und Untersuchungen vornehmen zu können. Es bestehe eine Gefahr für Leib und Leben, hieß es damals. Auf Grundlage dieser Aussage und einer Stellungnahme des Landesamtes für Geologie und Bergbau hatte auch die SPD der Ausgabe zugestimmt.

Mittlerweile sind die Kosten für das Projekt allerdings auf mehr als 300.000 Euro angestiegen und eine Dringlichkeit scheint auch nicht mehr zu bestehen. (Auf Startseite bitte klicken für vollständige Mitteilung)

Wie Oberbürgermeister Wolfgang Treis jetzt auf Nachfrage des SPD-Fraktionsvorsitzenden Helmut Sondermann erklärte, besteht „kein akuter Handlungsbedarf“, weil seit der letzten Begutachtung keine weiteren Schadstellen entstanden sind. Für einen Hohlraum unterhalb der Straße Am Layerhof sei „mittelfristig sicherlich eine Verfüllung angeraten.“ Seit Bekanntwerden der Bodensenkungen im Jahr 2016 kann Schwerlastverkehr die Straße jedoch ungehindert befahren, wie die SPD erklärt.

Leider explodierten wie so oft bei städtischen Projekten die Kosten. Die geschätzten Ausgaben von 120.000 Euro stiegen schon mit der Ausschreibung aufgrund angeblich unvorhergesehener Faktoren an, im vorliegenden Fall um rund 96.000 Euro. Dazu kommen allgemeine Kostensteigerungen und neue Anforderungen durch die Verwaltung. Und jedes Mal stimmten die Gremien zähneknirschend zu, weil ja schon Zeit und Geld investiert worden ist und die zusätzlichen Ausgaben von der Stadtspitze als notwendig erklärt würden.

Die Begründungen für den Kostenanstieg seien viel zu oft fragwürdig. Unter anderem war im aktuellen Fall eine „Geländeüberprüfung auf Kampfmittel“ nicht geplant. „Angesichts der Historie muss man in Mayen stets mit solchen Untersuchungen rechnen, wie Bombenfunde in den letzten Jahrzehnten bewiesen hätten,“ wundert sich SPD-Stadtrat Ferd Faber, der schon früh in den Beratungen auf Unwägbarkeiten des Geländes hingewiesen hatte. Oder es wurden erst auf Hinweis von Dritten Kosten für „nicht unerhebliche Schadstoffkonzentrationen in der Schachtverfüllung“ aufgenommen. Dabei seien solche Schadstoffe, sagt das beauftragte Ingenieurbüro in einer Stellungnahme selbst, auch bei anderen Schachtöffnungen des Grubenfeldes gefunden worden. „Diese Kosten konnten also nicht wirklich überraschen,“ erklärt Faber für die Mayener Sozialdemokraten.

Außerdem wurde eine recht aufwändige Treppenanlage aus Bruchstein geschaffen, von der zunächst keine Rede war. Mittlerweile findet sich an der Stelle jetzt keine einfache Schachtöffnung, sondern ein sehr komfortabler Einstieg in einen bislang unzugänglichen Teil des Mayener Grubenfeldes. Es werde bereits gemunkelt, dass der Zugang irgendwann öffentlich gemacht werden soll, als Teil des Vulkanparkgeländes der Stadt Mayen. „Dafür haben wir bei der Abstimmung in Anbetracht der finanziellen Situation der Stadt allerdings nicht die Hand gehoben, sondern für Bodenuntersuchungen zur Abwehr einer Gefahr für Leib und Leben,“ so der SPD-Fraktionsgeschäftsführer Stefan Wagner.

BUZ:

SPD-Stadtrat Ferd Faber am derzeit abgedeckten „Schacht 518“. Die SPD fragt sich, ob die Maßnahme tatsächlich so dringend war, wie seinerzeit beschrieben.

 
 
 

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